Der erfolgreiche Umgang mit der Presse

Von Hartmut Urban.

Die deutsche Pressefreiheit garantiert grundgesetzlich geschützt, unzen­siert Informationen und Meinungen veröffentlichen zu können.  Da aber für manche Journalisten nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind, müssen in der Öffentlichkeit stehende Politiker wie Manager heute mehr denn je auch im Umgang mit der Presse höchst professionell sein, um einerseits selbst initiierte Veröffentlichungsinhalte steuern zu können, andererseits niemals unfreiwillig zum Gegenstand schlechter News zu werden. Wähler wie Shareholder und Anspruchsgruppen verzeihen das nur sehr selten, selbst wenn hier Ungerechtigkeiten offensichtlich werden. Deshalb ist es nützlich, die Rahmenbedingungen und Mechanismen der Presse zu verstehen, um jederzeit steuernd eingreifen zu können.

Medien leben wirtschaftlich von News. Doch wenn die nüchternen politischen Inhalte oder schlichten ökonomischen Zahlen nichts Verkaufbares hergeben, müssen oft Gerüchte, Mutmaßungen oder Unterstellungen herhalten, um die Attraktivität im Informationshandel zu steigern. Doch sollen Medien Politik und Wirtschaft erklären und selbst nicht in die Geschehnisse eingreifen. Übergriffe sind da kaum auszuschließen. In der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten werden zum Zwecke der Auflagensteigerung – wie die Erfahrung lehrt – heute noch hoch gelobt und morgen vielleicht schon in den Boden gestampft. Beispiele gibt es zuhauf.

Als zusätzliche Gefahr kommen heute die technischen Möglichkeiten hinzu, welt­weit live dabei sein zu können, wenn irgendwo etwas von öffentlichem Interesse passiert. Selbst die TV-Redakteure haben heute kaum Gelegenheit, eine Meldung zu überprüfen bzw. die Folgen ihrer Verbreitung hinreichend zu durchdenken. Aktualität wird zum Diktat. Der Zwang, schneller sein zu müssen als die Konkur­renz, um beispielsweise Einschaltquoten zu sichern, geht zu Lasten der Qualität.

Geschwindigkeit oder Exklusivität scheinen die Attraktivität zu steigern. Wohin der Exklusivitätswahn aber auch führen kann, ist beispielsweise der Hitler-Tage­bücher des Stern erinnerlich. Auch hier hat der Zwang zur Schnelligkeit auf Kosten der professionellen Recherche viel Schaden angerichtet. Solange aber Verlagshäuser so vor allem sich selbst schaden, kann es Außenstehenden egal sein.

Doch wenn Manager oder Politiker unfreiwillig in die Presse geraten, ist guter Rat teuer. Oft helfen dann keine guten Zahlen oder besonderen Leistungen mehr. Die Karriere kann dann schneller zu Ende sein als gedacht. Die für die Betrof­fenen oftmals verheerende Wirkung wäre durch frühzeitiges professionelles Troubleshooting sicher abwendbar gewesen oder die Situation erst gar nicht entstanden, hätten diese Opfer ein paar wichtige Grundsätze im Umgang mit der Presse beachtet. Dabei hilft, sich in die Situation des Gegenüber versetzen zu können, um zu verstehen, worauf es wirklich ankommt.

Schützen können sich Manager und Politiker letztlich nur durch professionelle Unterstützung, die die Bewertbarkeit der jeweiligen Person auf der Grundlage von Wahrheit und Wahrhaftigkeit authentisch für Außenstehende transportie­ren, Brüche zwischen Sein und Schein vermeiden und Reden und Handeln plausibel in Übereinstimmung bringen. Nur so kommen keine Fragen auf, weil alles in sich schlüssig ist. Gerüchten wird so systematisch von Anfang an jeglicher Nährboden entzogen.