{"id":259,"date":"2014-05-26T13:06:46","date_gmt":"2014-05-26T12:06:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hyperskill.de\/?p=259"},"modified":"2024-04-20T15:38:44","modified_gmt":"2024-04-20T14:38:44","slug":"mobbing-wehret-den-anfangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hyperskill.de\/?p=259","title":{"rendered":"Mobbing \u2013 Wehret den Anf\u00e4ngen!"},"content":{"rendered":"\n<p><b>&nbsp;<\/b><em>von <a href=\"http:\/\/www.hyperskill.de\/html\/kontakt\/Sabine_Stadler.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sabine Stadler<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><b>Mancher hat es schon selbst erlebt: Man trifft Kollegen, Freunde oder Verwandte, mit denen man vielleicht l\u00e4nger nicht in Kontakt war, und stellt fest, dass diese pl\u00f6tzlich &#8220;komisch&#8221; sind, ja einem sogar &#8220;feindselig&#8221; gegen\u00fcber auftreten. Man wundert sich und sucht nach einer Erkl\u00e4rung: Habe ich etwas falsch gemacht oder jemanden ver\u00e4rgert? Unter Umst\u00e4nden wird man sogar mit Vorw\u00fcrfen konfrontiert, wom\u00f6glich \u00fcber Dinge, die entweder v\u00f6llig aus dem Zusammenhang gerissen wurden oder \u00fcberhaupt niemanden etwas angehen. Und ganz instinktiv versucht man, sich zu verteidigen, dabei wei\u00df man erst mal gar nicht, warum, wof\u00fcr und gegen wen?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p>Mobbing kann in ganz unterschiedlichen &#8220;Verkleidungen&#8221; auftreten. Wenn Mobbing &#8220;gut gemacht&#8221; ist, kann es sogar sein, dass man eine Zeitlang gar nicht mitbekommt, dass man gemobbt wird. Der versierte Mobber ist n\u00e4mlich oft &#8220;maskiert&#8221;, als Wolf im Schafspelz sozusagen unterwegs. Er zeigt sich nach au\u00dfen als freundlicher Zeitgenosse und streut hinterr\u00fccks geschickt gezinkte Informationen, die den Betroffenen au\u00dfer Gefecht setzen, zu falschem Handeln verleiten und ihm schlimmstenfalls erheblichen Schaden zuf\u00fcgen. Langj\u00e4hrige Mobbing-Experten legen parallel mehrere falsche F\u00e4hrten, so dass der Betroffene auch noch gegen unterschiedliche Informationsst\u00e4nde k\u00e4mpfen muss. Gleichzeitig sammelt der &#8220;Opfer-T\u00e4ter&#8221; \u2013 denn als Opfer inszeniert er sich meistens &#8211; Kollegen, Freunde oder Verwandte als Verst\u00e4rker \u2013 im Idealfall solche, die genauso ticken oder unter denselben &#8220;Nachteilen&#8221; leiden wie er \u2013 also gleichgesinnte Mitmacher -, andere muss er erst noch entsprechend manipulieren.<\/p>\n\n\n\n<p><b>Warum mobbt jemand?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p>Es wird viel geschrieben \u00fcber Mobbing. Die google-Suche ergibt 3,8 Mio Treffer. Man k\u00f6nnte davon ableiten, dass viele Menschen betroffen sind und Mobbing in vielen verschiedenen Kontexten vorkommt. Die eigene Erfahrung zeigt: Mobbing kommt im unternehmerischen Umfeld, in der Politik und in Familien vor und so unterschiedlich die einzelnen F\u00e4lle sind, es gibt immer auch Gemeinsamkeiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Mobbende handelt meistens aus einem Gef\u00fchl der Schw\u00e4che heraus: Wer einen (vermeintlichen) Mitbewerber um eine Position, einen materiellen Vorteil oder die Gunst eines Dritten unsch\u00e4dlich machen m\u00f6chte, sich aber fachlich oder pers\u00f6nlich aufgrund eigener Defizite nicht mit ihm messen kann, der bevorzugt den &#8220;energiearmen&#8221; Weg des Schlecht-Redens oder L\u00e4cherlich-Machens, des Diskreditierens, des Verbreitens falscher Tatsachen, des Schikanierens, der Ausgrenzung etc. Man muss dabei ber\u00fccksichtigen, dass die Definition von &#8220;Schw\u00e4che&#8221; oder des jeweiligen Defizits zun\u00e4chst einmal bei demjenigen liegt, der sich sozusagen unfairer Mittel bedient. Das macht es f\u00fcr eventuelle Opfer oder Au\u00dfenstehende nat\u00fcrlich schwierig, die Aktivit\u00e4ten des Anderen richtig einzuordnen bzw. die Zeichen richtig zu deuten, weil sie die Einsch\u00e4tzung wom\u00f6glich gar nicht teilen oder weil das, was sich abspielt, ihr eigenes Vorstellungsverm\u00f6gen weit \u00fcbersteigt. Kinder (aber auch nicht nur die) beispielsweise mobben schon mal Mitsch\u00fcler, die einfach nur &#8220;anders&#8221; sind \u2013 in Aussehen, Herkunft, Flei\u00df, Intelligenzgrad, (Un-)Sportlichkeit etc. \u2013 weil sie mit dem &#8220;anders&#8221; nicht zurechtkommen.<\/li>\n\n\n\n<li>In der Regel liegen in der \u00fcbergeordneten Organisation ein Konflikt, ung\u00fcnstige Machtverh\u00e4ltnisse oder ungekl\u00e4rte Verantwortlichkeiten in Verbindung mit unzureichender Kommunikation vor. Diese &#8220;Organisation&#8221; kann ein Unternehmen, eine Abteilung, eine Familie, ein Verein, eine Schulklasse o.\u00e4. sein. Ein Vorgesetzter beispielsweise, der seinen Mitarbeitern Verantwortung als Gesamtpaket \u00fcbergibt, ohne die einzelnen Zust\u00e4ndigkeitsbereiche zu kommunizieren, sieht sich nach einiger Zeit wom\u00f6glich einem verdeckt ausgetragenen Machtkampf ausgesetzt. Dass sich das nicht unbedingt g\u00fcnstig auf die Arbeitsergebnisse auswirkt, liegt auf der Hand: Die Energie der Mitarbeiter flie\u00dft ja haupts\u00e4chlich in den Kampf!<\/li>\n\n\n\n<li>Die Gemobbten liefern nicht selten die Vorlagen dazu, was ihnen jedoch in der Regel nicht bewusst ist. Hier Ursachenforschung zu betreiben, bedarf allerdings kompetenter und einf\u00fchlsamer Unterst\u00fctzung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><b>Was also tun?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu lange abwarten! Verst\u00e4ndlicherweise befindet man sich in der akuten Mobbingsituation emotional im Ausnahmezustand und neigt schon mal dazu, die Situation falsch einzusch\u00e4tzen oder \u00fcberzureagieren. Am besten sucht man sich Hilfe: einen unvoreingenommenen Dritten, der zu dem Fall m\u00f6glichst keine Verbindung und damit keine eigenen Interessen hat. Ganz wichtig ist eine genaue Analyse des Mobbing-Sachverhalts, denn von ihr h\u00e4ngt ab, wie der L\u00f6sungsweg aussehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Analyse-Phase geht es vor allem darum, zu erkennen, wer mobbt, wie jemand mobbt &#8211; &nbsp;offensichtlich oder im Verborgenen, mit oder ohne Publikum \u2013 und warum er mobbt: Will er etwas erreichen oder etwas vermeiden oder verhindern? Es geht au\u00dferdem darum, den Kontext richtig abzustecken: Ist der Mobbingfall auf eine bestimmte Situation begrenzt oder &#8220;global&#8221;? Handelt es sich um eine Sach- oder eine Beziehungsfrage? Welche Zusammenh\u00e4nge und Auswirkungen spielen eine Rolle? Welche Hinweise finden sich in der Situation des Mobbers bzw. wo liegt \u00fcberhaupt sein &#8220;Energieverlust&#8221;?<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Impuls in Richtung Gegenma\u00dfnahmen ist oft, sich an eine h\u00f6here Instanz zu wenden, nach dem Motto: Da muss es doch jemanden geben, der mich sch\u00fctzt oder mir Recht gibt. Leider stellt sich dann heraus, dass die h\u00f6here Instanz \u2013 sofern \u00fcberhaupt vorhanden oder zu ermitteln \u2013 entweder \u00fcberfordert ist oder sich f\u00fcr nicht zust\u00e4ndig erkl\u00e4rt. Juristische Ma\u00dfnahmen sind meistens nicht sehr vielversprechend, daf\u00fcr langwierig und unangenehm, man muss also schon selber aktiv werden. Ganz wichtig: \u00dcberlegen, was das eigene Ziel ist \u2013 ohne roten Faden keine eigene Strategie! Hat man selbst als Betroffener ggf. die Verantwortung irgendwann aus der Hand gegeben? Die Aktivit\u00e4ten des Mobbers daraufhin pr\u00fcfen: Was schadet einem, was nicht. Was kann man ignorieren, wo sollte man reagieren. Und wie kann man die Reaktion in Aktion umleiten, also selber zum Handelnden werden, &nbsp;den Mobber in die Reaktion zwingen und so die Verantwortung wieder selber \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber eines sollte man sich klar sein: Nichts tun bedeutet zustimmen. Der Mobber sieht sich best\u00e4tigt und macht ungehindert weiter. Auch Mitleid sollte man mit dem Mobber zu keiner Zeit haben! Er wird dieses sofort als Instrument aufnehmen und zu seinen Gunsten verwenden. Ein Mobber hat stets nur seine eigene Befindlichkeit im Blick! Das immerhin k\u00f6nnte man sich von ihm abschauen: Sich nicht zerm\u00fcrben lassen, sondern auf die eigenen St\u00e4rken konzentrieren und das eigene Ziel verfolgen \u2013 zur Sicherheit mit Unterst\u00fctzung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;von Sabine Stadler. 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