{"id":625,"date":"2024-01-22T15:52:26","date_gmt":"2024-01-22T14:52:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hyperskill.de\/?p=625"},"modified":"2024-04-23T09:15:05","modified_gmt":"2024-04-23T08:15:05","slug":"sozialer-stress-unterschatzte-belastungen-des-modernen-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hyperskill.de\/?p=625","title":{"rendered":"Sozialer Stress: Untersch\u00e4tzte Belastungen des modernen Lebens"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Sabine Stadler.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Psycho-)Sozialer Stress?<\/strong> Sagt vielen Menschen erst mal wenig. Dabei schleicht er sich oft unbemerkt in unser Leben und beeinflusst subtil, aber nachhaltig unser Wohlbefinden. In einer Welt, die zunehmend vernetzt, komplex und dynamisch ist, sind die Szenarien vielf\u00e4ltig und decken eine riesige Bandbreite ab: von unterschwelligen zwischenmenschlichen Unannehmlichkeiten bis hin zu schwer wiegenden Konflikten. Das gilt f\u00fcr unser privates wie berufliches Leben gleicherma\u00dfen. Wo Menschen zusammen leben oder arbeiten, menschelt es eben, nicht immer mit gutem Ende.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einfach ausgedr\u00fcckt ist sozialer Stress der, der zwischen Menschen stattfindet. <\/strong>Er bezieht sich auf die Anspannungen oder Belastungen, die durch soziale Interaktionen, Differenzen, Normen oder Erwartungsdruck, aber auch durch externe Faktoren in Beziehungen oder Gemeinschaften entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaftler, die zum Thema Stress forschen, kommen teilweise zu Ergebnissen von bis zu 80 % als prozentualem Anteil psychosozialen Stresses am Stressaufkommen insgesamt. Unsere eigenen Beobachtungen ergeben ein \u00e4hnliches Bild. Aber wie erkennt man sozialen Stress, wo und in welcher Form kommt er \u00fcberhaupt vor und was macht er mit uns?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel Paarbeziehungen und Familie:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Artikel 16 der UN-Menschenrechtscharta beschreibt die Familie als \u201edie nat\u00fcrliche und grundlegende Einheit der Gesellschaft\u201c, als Keimzelle sozusagen. In der Familie werden die Grundlagen geschaffen f\u00fcr die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen (sollten). Der Erziehungsratgeber des Bayerischen Landesjugendamts schreibt beispielsweise, dass &#8220;f\u00fcr eine gesunde Erziehung ein Familienklima erforderlich ist, in dem das Kind Respekt, Wertsch\u00e4tzung, W\u00e4rme, Geborgenheit, Offenheit, Anregung und Unterst\u00fctzung erfahren kann.&#8221; Wir pers\u00f6nlich w\u00fcrden noch weitere sozialvertr\u00e4gliche Merkmale hinzuf\u00fcgen wie F\u00e4higkeit zum Kompromiss, zum Diskurs und der menschen- und sachgerechten Kommunikation oder \u2013 ganz wichtig \u2013 das grunds\u00e4tzliche Interesse am anderen Menschen und das Verstehenwollen von Motiven, die nicht zwingend den eigenen entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur sind enge und engste Beziehungen nicht automatisch immun gegen zwischenmenschliche Probleme. Wir empfinden sozialen Stress, wenn wir Angst haben, Erwartungen, die an uns gestellt werden, nicht erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Wenn unsere nat\u00fcrlichen Bed\u00fcrfnisse nicht erkannt oder ignoriert werden. Wenn wir nicht wertgesch\u00e4tzt oder ausgegrenzt werden. Wenn wir in Konflikte geraten und diese nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen und vor allem, wenn es uns nicht gelingt, auch in schwierigen F\u00e4llen angemessen zu kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel Arbeitsplatzdynamiken:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sozialer Stress versteckt sich oft hinter einem Schleier des Allt\u00e4glichen. In der Hektik des Lebens werden erste kleine Anzeichen oft \u00fcbersehen, nicht ernst genommen oder es fehlt ganz einfach die Zeit zur reflektierten Auseinandersetzung. Im beruflichen Umfeld k\u00f6nnen z.B. Konkurrenzdenken, unklare Rollenvorstellungen oder -erwartungen, \u00dcberforderung, Teamkonflikte, Diversit\u00e4t, schlechte Kommunikation, Erf\u00fcllungsdruck oder auch Angst vor Ablehnung oder Kontrollverlust &#8220;unbehandelt&#8221; zu einer nachhaltigen Belastung werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel Soziale Medien und Vergleichsdenken:<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Das sprichw\u00f6rtliche Gras war beim Nachbarn schon immer gr\u00fcner. Aber seit sich digitale Technologien so rasant weiterentwickeln, tr\u00fcgt der Schein noch viel \u00f6fter und oft genug lassen wir uns auch blenden oder sp\u00fcren immer wieder kleine Neid-Stiche. Als soziale Wesen vergleichen wir uns automatisch, weil wir ja wissen wollen, wo wir stehen. Zu viel an scheinbarem Erfolg und perfektem Leben anderer k\u00f6nnen allerdings zu einem chronischen Gef\u00fchl der Unzul\u00e4nglichkeit f\u00fchren, was wiederum unseren sozialen Stress verst\u00e4rkt und uns unzufrieden und misslaunig macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das wiederum bekommen dann auch die Menschen in unserem Umfeld zu sp\u00fcren und f\u00fchrt im ung\u00fcnstigen Falle zu weiterem Stress. Ein Teufelskreis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sozialer Stress hinterl\u00e4sst oft tiefe Spuren:<\/strong> an unserer Gef\u00fchlslage, unserer Gesundheit und Leistungsf\u00e4higkeit und er kann zu Burnout oder psychischen Erkrankungen f\u00fchren. Das liegt vor allem auch an der konstanten Exposition. Wir k\u00f6nnen aus den sozialen Strukturen, in die wir eingebettet sind, ja nicht einfach mal so ausbrechen. Stattdessen lernen wir Entspannungstechniken oder Meditieren, machen Yoga oder \u00fcben uns in achtsamem Nicht-Bewerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das jedoch ist ein entscheidender Punkt: <strong>nicht unser Bewerten auszuschalten, sondern die Art und Weise, wie wir bewerten, zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/strong> Menschen bewerten immer. Unbewusst, denn es ist Teil ihres genetischen \u00dcberlebensprogramms. Genauso wie wir nicht nicht kommunizieren k\u00f6nnen, kann unser Gehirn nicht nicht bewerten. Das l\u00e4sst sich in sozialen Interaktionen beobachten, wenn eine Person durch eine Bemerkung* einer anderen Person z.B. in eine gef\u00fchlte Unterlegenheit ger\u00e4t und spontan un\u00fcberlegt und unangemessen reagiert, die Situation damit versch\u00e4rft oder andere vor den Kopf st\u00f6\u00dft. (* z.B. ein Arbeitsauftrag, der die eigene Leistungsf\u00e4higkeit \u00fcbersteigt oder eine geplante Freizeitaktivit\u00e4t zunichtemacht oder der in einem Tonfall oder einer Formulierung erteilt wird, die unangenehme Erinnerungen an fr\u00fcher triggert.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-3848b8711cd678a5d5dd538852c87ec4\" style=\"color:#005990;font-size:22px\"><strong>Alle schwierigen Situationen oder Probleme, die wir mit unseren Kunden bearbeiten, haben eine Gemeinsamkeit: die soziale, also zwischenmenschliche Komponente.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Das, was eigentlich den Kitt im menschlichen Miteinander ausmachen sollte, br\u00f6ckelt oft. Woran liegt das?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"724\" src=\"https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-1024x724.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-626\" srcset=\"https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-1024x724.jpg 1024w, https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-768x543.jpg 768w, https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-1536x1086.jpg 1536w, https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-2048x1448.jpg 2048w, https:\/\/blog.hyperskill.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Sozialer-Stress2-pdf-90x65.jpg 90w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sozialer Stress hat zus\u00e4tzlich den Nachteil, dass er chronisch werden kann.<\/strong> Wenn sich keiner findet, der den ersten Schritt macht in Richtung einer Einigung oder L\u00f6sung des Konflikts, drohen nachhaltig besch\u00e4digte Menschen und kaputte Beziehungen. Ein gesamtgesellschaftliches Problem.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:22px;font-style:normal;font-weight:800\"><strong>Welche L\u00f6sung empfehlen wir?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sozialer Stress l\u00e4sst sich mit Entspannungstechniken oder Yoga bestenfalls kurzfristig, aber nicht dauerhaft entsch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erster wichtiger Schritt ist zu erkennen, dass wir an der Entstehung unseres (gef\u00fchlten) psychosozialen Stresses beteiligt sind. Wir k\u00f6nnen ihn nicht immer anderen Personen oder den Umst\u00e4nden anlasten. Stress hat Ausl\u00f6ser und die gilt es rechtzeitig zu erkennen oder, besser noch, pr\u00e4ventiv auszuschalten. Je ausgeglichener und selbstwirksamer man sich f\u00fchlt, je sicherer man im Leben steht, desto besser steht es um die mentale Gesundheit. Eigentlich sollte diese ganz oben auf unserer Priorit\u00e4tenliste stehen. Man kann daran arbeiten und sie nachhaltig st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-dc2eb43ffafb8b0862a0d04bdfa2ba7c\" style=\"color:#005990;font-size:22px\"><strong>Der Weg, den wir vorschlagen, f\u00fchrt \u00fcber Wissen, Training und Intelligenz.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn von Intelligenz die Rede ist, geht es meistens um die, die mit Intelligenztests gemessen wird und auch als kognitive Intelligenz bekannt ist. Wir Menschen verf\u00fcgen aber noch \u00fcber <strong>zwei weitere Intelligenzen: die emotionale Intelligenz und die soziale Intelligenz<\/strong>. Sie sind unterschiedlich gut ausgepr\u00e4gt, gleichzeitig befinden sich alle drei in einem st\u00e4ndigen Wechselspiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Sachfragen k\u00fcmmert sich die kognitive Intelligenz. Mit <strong>emotionaler Intelligenz<\/strong> sind die Beziehung, die wir zu unseren <strong>Gef\u00fchlen <\/strong>haben, und unser Umgang damit gemeint. Denken und F\u00fchlen spielt sich erst einmal innerhalb des eigenen Organismus ab. Sobald wir aber unter Menschen sind und mit diesen interagieren wollen oder m\u00fcssen, kommt sozusagen eine weitere Dimension dazu: die <strong>soziale Intelligenz<\/strong>. Sie entscheidet dar\u00fcber, wie gut wir in den unterschiedlichsten zwischenmenschlichen Situationen zurechtkommen, wie es uns dabei geht und wie wir auf andere Menschen wirken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auf dieses Wechselspiel setzt die <a href=\"http:\/\/www.hyperskill.de\/html\/leistungen\/natuerliche-reflexion.htm\">Nat\u00fcrliche Reflexion<\/a> als intelligente Reflexionsmethode.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu erkennen, was passiert in einer (schwierigen) Situation, zwischen wem und warum, ist die Basis unserer Arbeit. Diese F\u00e4higkeit, Situationen schnell und umfassend (also kognitiv, emotional und sozial) bewerten zu k\u00f6nnen, um in ein sinnvolles Handeln zu kommen, geben wir an unsere Kunden weiter. Wir l\u00f6sen mit ihnen akute Probleme und wir trainieren sie im Zusammenspiel ihrer kognitiven, ihrer emotionalen und ihrer sozialen Intelligenz, um sie handlungskompetent zu machen in allen Lebenssituationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Nat\u00fcrlichen Reflexion reduziert sich der soziale Stress und die Lebenszufriedenheit steigt, <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>weil die Angst vor Auseinandersetzungen, Streit und Konflikten sinkt, wenn man in der Lage ist, sie konstruktiv zu l\u00f6sen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>weil schwierige Themen ansprechbar werden, wenn man wei\u00df, wie&#8217;s menschlich gut geht<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>weil man einen eigenen Weg f\u00fcr sich findet und diesen auch geht, allerdings nicht <br>auf Kosten anderer<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>weil man eine Denkweise entwickelt, die positiv ist, Spa\u00df macht und erfolgreich ist: <br>zum Erreichen der eigenen Ziele und als Ansporn f\u00fcr andere, mitzumachen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Eine mental gesunde Gesellschaft ist resilient, aktiv und zukunftsf\u00e4hig. Das ist unsere Vision.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Sabine Stadler. (Psycho-)Sozialer Stress? Sagt vielen Menschen erst mal wenig. Dabei schleicht er sich oft unbemerkt in unser Leben und beeinflusst subtil, aber nachhaltig unser Wohlbefinden. 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