Wie ein Blitz aus heiterem Himmel

von Sabine Stadler.

Heute möchte ich Ihnen ein Beispiel aus unserer Praxis vorstellen, das zeigt, wie man seine Resilienz verbessern kann.

Baum, der vom Blitz getroffen wurde, den größten Ast verloren und das Beste aus der Situation gemacht hat.

Corona und die Pandemie kamen auch für viele Selbstständige wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Über Jahre gut funktionierende Geschäftsmodelle fanden über Nacht ein jähes Ende, und das ohne konkrete Aussicht auf eine Rückkehr in “normale” Zeiten.

Wir haben einen Gastronomen bei der Problemlösung beraten und begleitet.

Frank B., führt als Inhaber und Koch seit Jahren ein Restaurant mit gehobener regionaler und internationaler Küche. Mit dem Lockdown im März 2020 brach sein Hauptgeschäft von heute auf morgen weg, aber natürlich liefen die Fixkosten weiter, sein Vermieter war zu keinerlei Zugeständnissen zu bewegen, die ersten Hilfen reichten nicht aus. Es ging also, wie den meisten anderen aus der Branche auch, zunächst mal darum, die Krise mit kurzfristigen Lösungen zu überstehen. Frank B. schickte seine Mannschaft in Kurzarbeit, stellte sich in seine Küche und bot Gerichte zum Mitnehmen an. Das war zwar gut als Kundenbindungsmaßnahme, aber leider nicht kostendeckend und letztlich für ihn frustrierend.

Frank B. bat uns um Unterstützung und wir setzten uns zu einer hyperSKILL-Situationsanalyse zusammen. Es kamen eine Reihe von interessanten Erkenntnissen heraus, so zum Beispiel, dass Frank B. früher viele Jahre als Koch weltweit auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs war und während dieser Zeit eine starke Leidenschaft für besondere Gewürze und Saucen entwickelt hat. Diese Expertise in Sachen Gewürze und außergewöhnliche Kombinationen hatte er dann auch in seinem Restaurant immer wieder in seine Gerichte einfließen lassen, indem er regelmäßig exotische Speisen auf die Tageskarte setzte und diese fanden tatsächlich auch immer großen Anklang.

Damit war die neue Geschäftsidee geboren:

den Fokus ab sofort nur noch auf besondere Saucen zu legen und diese seinen Kunden anzubieten als Begleitung zu dem Fleisch oder Gemüse, das sie sich nun selber braten mussten. Das Equipment (inkl. Sterilisator) war vorhanden, die einzige größere Investition betraf einen Glastürkühlschrank zur Bevorratung im Gastraum. Sicherheitshalber wurde noch eine Bedarfsanalyse durchgeführt: Über Social Media fragte Frank B. das Interesse seiner Stammkunden ab, das Feedback war durchgehend positiv und Frank B. legte los.

Nach dem Ende des ersten Lockdowns konnte Frank B. sein Restaurant unter den jeweils herrschenden Bedingungen wieder öffnen, ließ aber die Saucenproduktion parallel dazu weiterlaufen. So konnten seine Gäste Saucen, die sie gerade genossen hatten und die sie sich selbst nicht zubereiten konnten oder wollten, gleich noch im Glas mitnehmen. Der nächste Lockdown ließ sich schon besser abfedern, die staatlichen Hilfen waren höher, eine kleine “Lockdown-Speisekarte” wurde für Samstag und Sonntag entwickelt, das Beschaffungsmanagement optimiert und auch die Saucenproduktion wurde ausgeweitet, zu den bewährten kamen neu ausgetüftelte dazu, gaben Frank B. Beschäftigung und seine gute Laune zurück.

Frank B. konnte folgendes Fazit ziehen:

Ohne die Situationsanalyse und das von uns vorgeschlagene Problemlösungsvorgehen hätte er sein Potenzial nicht benennen, nicht einschätzen und auch nicht einsetzen können. Er hätte versucht, sich – wie viele seiner Kollegen – weiter durchzuwursteln oder schlimmstenfalls entschieden, sein Restaurant aufzugeben. So aber konnte er seine Ressourcen punktgenau einsetzen, weitere Ideen dazu entwickeln und wieder optimistisch ins Handeln kommen. Und für die Zukunft sieht er sich auch gerüstet, denn das Saucengeschäft ist bei Bedarf skalierbar!

Und das ist genau das, was Resilienz ausmacht:
Zu wissen, was man kann und wie man Probleme strukturiert und angstfrei angeht, stärkt das Selbstvertrauen, macht resilient und souverän im Handeln. Ein gutes Problemlösungsvorgehen inspiriert, fördert Kreativität und stärkt die Innovationskraft.

Als smarten Einstieg in den Ablauf unserer Situationsanalysen und / oder unseres Problemlösungsvorgehens empfehlen wir Ihnen unseren Naturspaziergang, bei dem modellhaft die unterschiedlichsten Situationen besprochen werden können.

Lassen Sie sich von der Natur zu Lösungen anregen! Wir unterstützen Sie auch bei kleineren “Blitzschlägen”!

Naturspaziergänge mit 1-2 Personen sind auch unter Lockdown-Bedingungen jederzeit möglich, bei Inzidenzen unter 50 auch bis zu 10 Personen.

Für Gruppen mit mehreren Personen empfehlen wir auch die Erlebniswanderung am Murnauer Moos, die wir ab einer Inzidenz von unter 100 (>5 Tage) im Landkreis Garmisch-Partenkirchen durchführen.